Wer noch mehr in die Welt der Autorin eintauchen möchte, kann hier die seit dem „Tag für die Literatur“ am 25. Mai 2025 online verfügbare multimediale Annäherung an ihr Leben und Werk besuchen.
als 2004 die Spurensuche in Henny Kochs Geburtsort Alsfeld begann,
dann im Herbst auch eine Ausstellung in der Universitäts- und Landesbibliothek in Darmstadt stattfand,
als 2009 Henny Koch Thema beim hessischen „Tag für die Literatur“ wurde, eine Ausstellung und ein literarischer Spaziergang sie in ihrem jahrzehntelangen Wohnort Jugenheim an der Bergstraße wieder in Erinnerung rief,
als es seit 2021 jährlich einen Henny-Koch-Preis für Seeheim-Jugenheimer Schülerinnen gibt
und als 2025 Henny Koch anlässlich ihres 100. Todestages gedacht wurde.
Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Um die Bildung junger Mädchen und Frauen zu fördern, hat der Club Soroptimist International Seeheim-Jugenheim (SISJ) anlässlich seines zehnten Charterjubiläums einen Preis ausgelobt.
Ich freue mich natürlich sehr, dass Henny Koch Namenspatronin des Preises geworden ist. „Henny Koch ist ein Paradebeispiel einer Frau, die sich durch Bildung und eigene Arbeit ein unabhängiges Leben aufbaute“, erklärt SISJ-Präsidentin Gisela Dallhammer. „Dafür setzen wir Soroptimistinnen uns heute weltweit ein: Bildung für Frauen und Mädchen als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.“
2021
Der Henny Koch-Preis wurde am 7. Juli 2021 erstmals vergeben, coronabedingt im kleinen, aber dennoch feierlichen Rahmen in der Aula des Schuldorfs Bergstraße. Er wird ab diesem Sommer jedes Jahr an die jeweils besten Absolventinnen der drei Schulzweige am Schuldorf Bergstraße verliehen. Der Preis ist mit insgesamt 1.500 Euro dotiert. Jede erfolgreiche Schülerin erhält einen Gutschein für ein individuelles Coaching im Wert von 500 Euro. Beste Abiturientin in diesem Jahr ist Friederike Biederer. Den besten Realschulabschluss erreichte Leoni Roth. Berfin Grasmik erhält den Henny Koch-Preis für den besten qualifizierenden Hauptschulabschluss. SISJ-Präsidentin Gisela Dallhammer gratulierte den erfolgreichen Schülerinnen zum Preis und wünschte ihnen Glück auf ihrem weiteren Weg.
Von links: Katrin Faust, Coachin, Sibylle van de Ree, zweite Vizepräsidentin, Friederike Biederer, beste Abiturientin, Leoni Roth, beste Realschülerin, Berfin Grasmik, bester qualifizierender Hauptschulabschluss, Gisela Dallhammer, Präsidentin. (Foto: Eva Reinhold-Postina)
2022
Am Dienstag, den 19. Juli 2022, wurde der Henny-Koch-Preis zum zweiten Mal vergeben. Beste Abiturientin in diesem Jahr ist Amira Mi-Sen Seibert. Den besten Realschulabschluss erreichte Mia Nadja Spitzbarth. Lara Onay erhält den Henny Koch-Preis für den besten qualifizierenden Hauptschulabschluss.
Von links: Katrin Faust,Mia Spitzbarth, Lara Onay, Gisela Dallhammer und Amira Mi-Sen Seibert bei der Preisverleihung. (Foto: Eva Reinhold-Postina)
2023
Am Dienstag, den 11. Juli 2023, wurde der Henny-Koch-Preis zum dritten Mal vergeben. Die diesjährigen Preisträgerinnen sind Alex Scharnow (bester qualifizierender Hauptschulabschluss), Maya Joulie Taylor (bester Realschulabschluss) und Elsa Gracia Mbahal (bestes Abitur).
von links (eingerahmt von SISJ-Präsidentin Sibylle van de Ree links und Coachin Katrin Faust ganz rechts): Elsa Gracia Mbahal (Abitur), Alex Scharnow (qualifizierender Hauptschulabschluss) sowie Maya Joulie Taylor (Realschulabschluss). (Foto: Eva Reinhold-Postina)
2024
Seit 2024 werden neben den herausragenden Absolventinnen der Bildungsgänge Abitur, Realschule und qualifizierender Hauptschulabschluss erstmals auch die besten Absolventinnen der Dahrsbergschule und der State international School am Schuldorf Bergstraße mit je einem Henny-Koch-Preis gewürdigt. Der Preis für den herausragenden Realschulabschluss konnte 2024 nicht vergeben werden, weil die Vergabebedingungen nicht erfüllt wurden. Das International Baccalaureate Diploma (IB) entspricht dem deutschen Abitur, das International General Certificate of Secondary Education (IGCSE) ist mit dem deutschen Realschulabschluss vergleichbar.
von links nach rechts: Breeze-Kate Jüllich (IGCSE), Aliyah Dankwah (Dahrsbergschule), Vivienne Annabelle Dill (Hauptschulabschluss), Julia Christine Grimm (Abitur) und Ylva Hoven (IB). (Foto: Eva Reinhold-Postina)
2025
Zum fünften Mal wurde der Henny-Koch-Preis vergeben, und zwar an: Claudia Marie Teltschik (Abitur), Breeze-Kate Jüllich (IB), Rosalyn Kay Holmes (IGCSE), Julia Sophie Renate Elise Peter (qualifizierender Hauptschulabschluss), Emilia Sarah Hertelendy (Realschulabschluss) und Nala Keller (Abschluss Dahrsbergschule).
von links nach rechts: Claudia Marie Teltschik (Abitur), Breeze-Kate Jüllich (IB), Rosalyn Kay Holmes (IGCSE), Julia Sophie Renate Elise Peter (qualifizierender Hauptschulabschluss), Emilia Sarah Hertelendy (Realschulabschluss) und Nala Keller (Abschluss Dahrsbergschule). (Foto: Eva Reinhold-Postina)
2026
Zum fünften Mal wurde der Henny-Koch-Preis vergeben, und zwar an: Alicia Sophie Bluhm (Abschluss Dahrsbergschule), Amelia Erler (IB), Belle Ziqi Jüllich (IGCSE), Lea Ballin (Abitur), Viktoriia Hosianok (Realschulabschluss) und Virag Stadler (Qualifizierender Hauptschulabschluss).
Von links: Virag Stadler (Qualifizierender Hauptschulabschluss), Lea Ballin (Abitur), Amelia Erler (IB), SI-Vizepräsidentin Jutta Koop, Alicia Sophie Bluhm (Abschluss Dahrsbergschule), Belle Ziqi Jüllich (IGCSE), Viktoriia Hosianok (Realschulabschluss).
In ihrem Geburtsort Alsfeld bekam Henny Koch im Rahmen eines Schulprojekts einen Gedenkstein am Ludwigplatz. In Seeheim-Jugenheim gibt es nun den Henny Koch-Preis, ein Preis, der sicherlich auch in ihrem Sinne gewesen wäre. Wahrscheinlich wäre es für sie ein bisschen zu viel Rummel um ihre Person gewesen, aber vom Hintergedanken, jungen Menschen eine Freude zu machen und dabei zu unterstützen, ihren Weg zu finden, wäre sie wohl begeistert gewesen.
So bleibt mir noch, den Preisträgerinnen herzlich zu gratulieren und viel Freude mit dem Henny Koch-Preis zu wünschen!
Das Gedenkjahr rund um Henny Kochs 100. Todestag am 13. Juni 2025 hat meiner Forschung und dieser Homepage mal wieder neuen Schwung gegeben. Nach dem Start meiner Henny-Koch-Reise zu ihrem 150. Geburtstag 2004 hatte ich mir immer zum Ziel gesetzt, 2025 erneut zu einem besonderen Jahr zu machen. Nun kann ich auf ein arbeitsintensives Jahr, aber vor allem auf viele bewegende Momente, neue und wiederbelebte Kontakte, interessante neue Impulse und lebendige Erinnerungskultur zurückblicken:
Am 25. April 2025 erschien die von mir kommentierte Ausgabe von Papas Junge – die erste Ausgabe ohne Frakturschrift, mit Erklärungen und einer zeitlichen und literarischen Einordnung – ein Herzensprojekt, das Henny Kochs erfolgreichstes Werk einem neuen Publikum nahebringt und in neuem Licht zeigt.
Am 19. August erschien auf Bürgerleben.de ein Gastbeitrag mit dem Titel Backfische und eine ihrer Lieblingsautorinnen: Henny Koch. Auf diesem Portal finden sich für alle Geschichtsinteressierten Artikel und Informationen zu verschiedenen Themen rund um die Zeit des 19. Jahrhunderts und der Belle Époque.
Und zum Jahresende schließlich noch ein Besuch der Henny-Koch-Bank in Jugenheim und ein großes Dankeschön an alle, die in diesem Jahr mitgelesen, mitgedacht und mitgefeiert haben!
Es stellt sich für so manchen Besucher dieser Website bestimmt die Frage, wie und wo man heutzutage noch Bücher von Henny Koch lesen kann.
Von Papas Junge gibt es seit April 2025 eine kommentierte Ausgabe, im Selbstverlag bei Kindle Direct Publishing erschienen. Diese kommentierte Ausgabe enthält neben dem vollständigen Backfischroman wertvolle Zusatzinformationen, wie:
Erklärungen schwieriger oder veralteter Wörter in den Fußnoten
Lebenslauf der Autorin
Hintergrundinformationen zum Werk
Entstehungszeit
Auflistung der Ausgaben, Übersetzungen und Adaptionen
Personenverzeichnis
Zusammenstellung der im Werk erwähnten Musik und Literatur
Gegenüberstellung der verschiedenen Illustrationen
Erzähltechnik
Rezeption
Text- und Bilddokumente zur historischen und literarischen Einordnung des Werks
Gutenberg-DE wurde in den Kindertagen des Internet im Jahr 1994 gegründet und bietet deutschsprachige E-Texte von Autorinnen und Autoren, die vor mehr als 70 Jahren verstorben sind und auf deren Werke deshalb kein Urheberrechtsanspruch mehr besteht, im Internet an.
Natürlich kann man in Antiquariaten und Online-Auktionshäusern immer wieder die alten Ausgaben ergattern – mit ein bisschen Geduld auch zu vernünftigen Preisen. Allerdings muss man sich dann mit der Frakturschrift auseinandersetzen und anfreunden.
bei Schatzbehalter, der Elektronischen Bibliothek der ALEKI (Arbeitsstelle für Kinder- und Jugendmedienforschung) der Universität zu Köln und des Bilderbuchmuseums Burg Wissem (Museum der Stadt Troisdorf) :
Digitalisierte niederländische Ausgaben von Henny Kochs Büchern sind in der Digitale Bibliotheek voor de Nederlandse Letteren (DBNL) und bei Delpher zu finden:
Auch digitalisierte polnische Ausgaben von Henny Kochs Büchern sind online verfügbar, und zwar in der polnischen Nationalbibliothek Biblioteka Narodowa:
Henny Kochs erfolgreichste Erzählung Papas Junge war in Italien als Il Birichino di Papà so bekannt und beliebt, dass es dort 1942 sogar verfilmt wurde.
Regie führte Raffaello Matarazzo, die Musik schrieb Nino Rota (bekannt für die Filmmusik zu „Der Pate“). Die Hauptrollen spielten: Chiaretta Gelli [Nicoletta], Armando Falconi [Leopoldo Giovannini], Dina Galli [la marchesa], Amelia Chellini [Elisa] und Anna Vivaldi [Livia] .
Ich habe die Verfilmung vor einigen Jahren als Videocassette aus der Reihe 100 Film per 100 Anni di Cinema und später als DVD ergattert. Inzwischen ist auch ein kleiner Ausschnitt aus dem Film auf Youtube zu finden:
Grundlegende Elemente der Romanhandlung sind in der Verfilmung zu erkennen. Ansonsten handelt es sich aber doch um eine sehr freie Adaption. Elfriede Polten, die vom Vater ‚Friedel’ und von der Tante konsequent ‚Frieda’ gerufen wird, heißt in dem italienischen Film für die Tante ‚Nicoletta’ und für den Vater ‚Nicola’. Es ist genauso ein wildes Mädchen wie im Buch, das zum Beispiel mit der Pferdekutsche über die Landstraße jagt. Papas Junge spielt zwar im Film nicht Geige, ist aber trotzdem sehr musikalisch und singt, was in einem Film vielleicht auch besser wirkt. Nicola wird in eine strenge Internatsschule geschickt, um zum Mädchen erzogen zu werden, was aber genau wie im Buch nicht wie gewünscht klappt. Der Hauptunterschied zum Buch ist eine Geschichte, die um die geplante Hochzeit der Schwester gesponnen wird. Insgesamt wird Papas Junge als ein Mädchen dargestellt, das sich nichts gefallen lässt, sich für andere einsetzt und trotz seiner Wildheit ein großes Herz hat, wie Henny Koch auch eindeutig den Charakter der Friedel Polten im Buch beschreibt.
Livia: „Senti è meglio che ce ne andiamo, questo avvocato sta peggio di noi“ Nicoletta: „Meglio così, più si è poveri, più si aiuta il prossimo“
Livia: „Wir gehen besser. Dieser Anwalt ist schlechter dran als wir.“ Nicoletta: „Besser so, je ärmer du bist, desto mehr hilfst du anderen.“
Am 21. Oktober 2023 ist ein Audiobeitrag zu Ada Brodnitz mit dem Titel „Zwei Fluchten nach England“ online gestellt worden, entstanden im Zusammenhang mit dem Projekt „STOLPERSTEIN-APP“ in Seeheim-Jugenheim.
Wer war Ada Brodnitz und was hat Ada mit Henny Koch zu tun? Wieso berichte ich überhaupt hier darüber?
Nach Henny Kochs Tod im Jahr 1925 lebte ihre Schwester Helene Koch weiterhin in der Klause und gründete dort eine Schule mit Pension für englische Studierende, und zwar gemeinsam mit Ada Brodnitz.
Die Schule bestand bis 1937/8, als Ada Brodnitz als Jüdin Deutschland verließ, nach England zog und Helene ihr folgte.
In Jugenheim gibt es seit 2014 vor der Klause einen Stolperstein für Ada Brodnitz, und damit er nicht wie so viele anderen Stolpersteine „stumm und im Alltag oft unbemerkt, im wahrsten Sinne des Wortes „übergangen““ wird, vertont eine Arbeitsgruppe in Seeheim-Jugenheim die Biografien dahinter und stellt die Audiobeiträge zunächst über youtube, später auch in einer Stolperstein-App zur Verfügung.
Die Patin des Stolpersteins für Ada Brodnitz und die Autorin des informativen, lebendigen und atmosphärischen Audiobeitrags „Ada Brodnitz: Zwei Fluchten nach England“ ist Inge Sichau:
Eine Liste aller Seeheim-Jugenheimer Stolpersteine ist hier zu finden:
Zur Entstehung und zu den Hintergründen des PROJEKTS „STOLPERSTEIN-APP“ und der Stolpersteine-Arbeitsgruppe gibt es auch einen sehr interessanten Blog mit Texten von Maidon Bader, die das Projekt medienpädagogisch begleitet. Man erfährt viel über die einzelnen Arbeitsschritte bis zum fertigen Audiobeitrag, zu den Herausforderungen und Erlebnissen:
Es folgen ein paar Zitate aus dem Blog, die während der Arbeit an dem Audiobeitrag über Ada Brodnitz enstanden sind:
Was für eine erstaunliche Frau war diese Ada Brodnitz, über die Inge erzählt! Eine alleinerziehende Frau mit eigener Sprachschule in Jugenheim, an die ihre englische Enkeltochter noch heute die besten Erinnerungen hat. Beim Zuhören öffnet sich ein Fenster in eine andere Welt, nicht nur bei dieser, sondern auch bei den anderen Erzählungen. Die kleinen Spratzler und Fehler auf der Aufnahme, die Interview-Partner*innen, die so verschieden agieren und nachfragen, die kleinen Dialoge, die sich dabei ergeben, all das bringt uns das Medium wieder nah, macht es lebendig und macht Lust auf mehr!
Ah, so klingt es, wenn Martin von Heinrich Koppel erzählt, wenn Birgit ein Zitat aus der Ada Brodnitz-Biografie mit englischem Akzent spricht, sofort bekommt das Erzählte Charakter. Dazwischen die gesprochenen Regieanweisungen: „Sendersuche im Radio“, „Autotür schlägt“. Ein erster Höreindruck kommt dabei heraus, eine Audioskizze zum Nachhören. Und die Einsicht: Das Medium, mit dem wir arbeiten, ist kein Hindernis, es ist ein Gewinn.
„Ich brauche noch Stimmengewirr“, sagt Inge. In Ada Brodnitz Sprachschule waren junge Frauen, die Englisch und Deutsch sprachen. Wir versammeln uns um den Gartentisch, es ist nicht schwer, das zu simulieren. Martin nimmt unsere „Atmo“ auf. Den ganzen Tag über sind wir beschäftigt.
Mit jeder Lebensgeschichte zieht es uns tiefer in eine Zeit vor unserer Zeit, als es noch jüdische Mitbürger*innen in Seeheim und Jugenheim gab. Auf einmal ist die Geschichte zum Greifen nah. Und sie ist ergreifend. Das haben wir geschafft.
Wie vermittelt man jungen Menschen Biographien berühmter Persönlichkeiten?
Darüber grübelte ich nach, als der Club Soroptimist mit der Frage auf mich zukam, ob ich sie beim Material, das sie den jungen Henny-Koch-Preisträgerinnen zur Namenspatronin mitgeben möchten, unterstützen kann.
Natürlich habe ich in den letzten Jahren verschiedene Texte zu Henny Koch verfasst, den Wikipedia-Eintrag, einen Lexikonbeitrag und Kurzbiographien für verschiedene Anlässe, aber wäre davon etwas geeignet, um junge Menschen zu begeistern und anzuregen, sich mit Leben und Werk der Schriftstellerin zu beschäftigen?
Letztendlich habe ich mich für ein persönlich gehaltenes Grußwort entschieden und einen Steckbrief erstellt. Einen Steckbrief oder man kann es auch „Freundebuch-Eintrag“ nennen, wie ich es aus den Lieblingsbüchern meiner Tochter kannte, aus den „Freundebüchern“ von Frank Schwieger mit Illustrationen von Ramona Wultschner, in denen berühmte Wikinger, Ritter, Griechen oder Römer ihr Leben erzählen und sich selbst erst mit einem Steckbrief vorstellen.
Diesen Steckbrief mit Leben zu füllen, bedeutete für mich nochmal eine neue Art der Annäherung an Henny Koch, ein Versuch, sich in sie hineinzuversetzen, um Fragen zu beantworten wie:
Wer gehört zu meiner Familie?
Welche Eigenschaften habe ich?
Was macht mich aus?
Was habe ich in meinem Leben erreicht?
Was kann ich besonders gut?
Was mache ich gern?
Worauf bin ich stolz?
Woher nimmt man die Antworten, wenn man die Person nicht mehr selbst fragen kann? Man kann sich nur an alle vorhandenen Quellen halten, die von Henny Koch selbst verfassten oder die über sie entstandenen – wie Briefe, Nachrufe, Vorworte, Verlagsanzeigen, Rezensionen.
Also auch in Vorarlberg interessiert man sich für Backfischliteratur! Der lokale Bezug zu Henny Koch, der bei meinen bisherigen Vorträgen und Ausstellungen immer gegeben war, fehlte hier und trotzdem gab es reges Interesse am Thema und anregende Diskussionen im Anschluss an den Vortrag im damaligen literaturhaus schanett in Hohenems (Vorarlberg) am 7. Oktober 2010.
Unter dem Titel „Backfischliteratur und kreatives Alter im Literaturhaus“ wurden auf vol.at die Veranstaltungen des Literaturhauses im Oktober – darunter auch mein Vortrag – angekündigt. In den Vorarlberger Nachrichten war der Abend über Henny Koch sogar „Tipp des Tages“ – „Das sollten Sie nicht verpassen“!
Zum hessenweit am 10. Mai 2009 stattfindenden „Tag für die Literatur“ werde ich erneut eine Ausstellung zu Henny Kochs Leben und Werk zeigen.
Fünf Jahre nach der Ausstellung in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek konnte ich nun mit Unterstützung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Jugenheim a. d. Bergstraße mit der Remise des ev. Gemeindehauses einen schönen Ort für diese Veranstaltung in zentraler Lage in Jugenheim finden.
Im Rahmen einer multimedialen Ausstellung können die Besucher in Leben und Werk der Jugenheimer Schriftstellerin Henny Koch eintauchen und so eine fast in Vergessenheit geratene Autorin wiederentdecken. In der Ausstellung werden Fotos, Dokumente und Bücher gezeigt.
Um 15 Uhr lade ich zu einem kleinen Vortrag mit anschließendem Spaziergang zu den Wohnhäusern Henny Kochs und anderer Jugenheimer Schriftstellerinnen und Schriftsteller ein, darunter Roland Anheißer, Helene Christaller, Luise Ploennies und Reinhard Roehle.
Ort: Remise des Evangelischen Gemeindehauses Jugenheim, Lindenstr. 6, 64342 Seeheim-Jugenheim Ausstellung: 10-17 Uhr Vortrag und Spaziergang: 15 Uhr
Heute habe ich mein Auto (genannt „Oskar“) mit meinen Büchern beladen und mich auf den Weg zum Residenzschloss in Darmstadt gemacht, um die Ausstellung aufzubauen.