Archiv der Kategorie: Presse

Henny Kochs Gedenkjahr im Rückblick

Das Gedenkjahr rund um Henny Kochs 100. Todestag am 13. Juni 2025 hat meiner Forschung und dieser Homepage mal wieder neuen Schwung gegeben. Nach dem Start meiner Henny-Koch-Reise zu ihrem 150. Geburtstag 2004 hatte ich mir immer zum Ziel gesetzt, 2025 erneut zu einem besonderen Jahr zu machen. Nun kann ich auf ein arbeitsintensives Jahr, aber vor allem auf viele bewegende Momente, neue und wiederbelebte Kontakte, interessante neue Impulse und lebendige Erinnerungskultur zurückblicken:

Am 25. April 2025 erschien die von mir kommentierte Ausgabe von Papas Junge – die erste Ausgabe ohne Frakturschrift, mit Erklärungen und einer zeitlichen und literarischen Einordnung – ein Herzensprojekt, das Henny Kochs erfolgreichstes Werk einem neuen Publikum nahebringt und in neuem Licht zeigt.

Am 25. Mai 2025 habe ich nach 16 Jahren wieder an Ein Tag für die Literatur in Hessen teilgenommen – diesmal mit einer digitalen Ausstellung Mit Papas Junge von Jugenheim in die Welt hinaus nach Art des Scrollytellings, zu der ich viel positives Feedback erhalten habe.

Es wurde sogar im Radio hr2-kultur speziell berichtet und auf meine Online-Veranstaltung hingewiesen.


Am 14. Juni erschien zum 100. Todestag in der Bergsträßer Woche ein Artikel mit dem Titel Eine Klause der Inspiration, der auch in Henny Kochs Heimatgemeinde an sie erinnerte.


Am 24. Juni wurde der Henny-Koch-Preis des SI- Clubs Seeheim-Jugenheim bereits zum 5. Mal verliehen.


Am 19. August erschien auf Bürgerleben.de ein Gastbeitrag mit dem Titel Backfische und eine ihrer Lieblingsautorinnen: Henny Koch. Auf diesem Portal finden sich für alle Geschichtsinteressierten Artikel und Informationen zu verschiedenen Themen rund um die Zeit des 19. Jahrhunderts und der Belle Époque.


Und zum Jahresende schließlich noch ein Besuch der Henny-Koch-Bank in Jugenheim und ein großes Dankeschön an alle, die in diesem Jahr mitgelesen, mitgedacht und mitgefeiert haben!

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Preis übergeben

SISJ würdigt erfolgreiche Schülerinnen

Seeheim-Jugenheim (red). Um die Bildung junger Mädchen und Frauen zu fördern, hat der Club Soroptimist International Seeheim-Jugenheim (SISJ) anlässlich seines zehnten Charterjubiläums 2021 den Henny-Koch-Preis ausgelobt. Dieser wurde am vorvergangenen, Dienstag, 11. Juli, in der Aula des Schuldorfs Bergstraße zum dritten Mal feierlich übergeben, wie der SISJ in einer Pressenachricht mitteilt. Mit dem Henny-Koch-Preis würdigt der SI-Club Seeheim-Jugenheim jeweils zum Schuljahresende drei Schülerinnen des Schuldorfs Bergstraße mit hervorragenden Abschlusszeugnissen in den Bildungsgängen „Abitur“, „Realschulabschluss“ und „qualifizierender Hautschulabschluss“. Preisträgerinnen sind die diesjährigen Schuldorf-Absolventinnen Elsa Gracia Mbahal (Abitur), Maya Joulie Taylor (Realschulabschluss) und Alex Scharnow (qualifizierender Hauptschulabschluss). Der Preis ist mit insgesamt 1500 Euro dotiert. Jede Preisträgerin erhielt eine Anerkennungsurkunde und einen Gutschein für ein Stärken-Coaching im Wert von 500 Euro.

Foto: SISJ

Der Bergsträßer, 26. Juli 2023

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Henny-Koch-Preis für Schuldorf-Schülerinnen

Drei Preisträgerinnen in Seeheim-Jugenheim bekommen die Auszeichnung für beste Abschlüsse in ihrem jeweiligen Schulzweig. Und sie profitieren auch davon.

Von Jürgen Buxmann

Mia Spitzbarth, Lara Onay, Gisela Dallhammer – Präsidentin der Regionalgruppe von Soroptimist International – und Amira Mi-Sen Seibert (von links) bei der Preisverleihung. (Foto: Jürgen Buxmann)

SEEHEIM-JUGENHEIM – Henny Koch hatte es nicht leicht. Als die 1854 geborene Jugendbuchautorin und Englisch-Übersetzerin 1925 in Jugenheim starb, hatte sie einige Kämpfe und Mühen hinter sich. Für die während ihrer Lebenszeit erreichten Erweiterungen der Frauenrechte war sie jeweils zu alt. Zu alt für die Zulassung an einer Universität etwa. Koch kämpfte sich dennoch durch ein Leben, dessen Welt von starken und zahlreichen Benachteiligungen gegenüber Frauen gekennzeichnet war.

Ein Vorbild sei sie, finden die Frauen der Regionalgruppe Seeheim Jugenheim von Soroptimist International. Daher haben sie im vergangenen Jahr einen Preis kreiert und ihn nach Henny Koch benannt. Er wird jährlich an drei Schülerinnen des Schuldorfs Bergstraße verleihen, die in ihrem Schulzweig den jeweils besten Abschluss schafften.

Jetzt also die zweite Auflage, und bei der hielt auch eine Preisträgerin aus dem Premierenjahr 2021 eine kleine Rede. Friederike Biederer, im Vorjahr für das beste Abitur einer Schülerin ausgezeichnet, schwärmte davon, wie viel ihr der Preis gebracht habe. Der besteht aus einem Coaching, einer Beratung also, die das Augenmerk auf die jeweiligen Stärken der Preisträgerinnen richten soll. „Das Coaching hat mich motiviert, nicht zuvorderst auf die Schwierigkeiten zu blicken, sondern auf meine Stärken. Ich schätze Erfolge jetzt mehr, kann sie auch besser wahrnehmen.“ Den drei diesjährigen Preisträgerinnen gab sie mit auf den Weg: „Nach der Schule ist vor der Schule. Ihr werdet überall die Neuen sein, die lernen. Ob an einer anderen Schule, an der Uni oder in einem Betrieb.“

Für Lara Onay (15), die den besten qualifizierenden Hauptschulabschluss (eine besondere Leistungsfeststellung, denen sich Schüler freiwillig unterziehen können, um ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern) erzielte, steht schon jetzt fest: „Ich mache weiter. Erst die Realschule, dann das Abitur. Ich möchte nämlich studieren, am liebsten Psychologie.“ Weiter zur Schule gehen möchte auch Mia Spitzbarth (bester Realschulabschluss einer Schuldorf-Schülerin). Die 16-Jährige möchte das Abitur machen und danach „etwas mit Marketing und Kommunikation studieren.“ Und auch für die beste Abiturientin, Amira Mi-Sen Seibert, steht fest: „Ich werde studieren, am liebsten im Ausland.“ Die 19-Jährige spricht fünf Sprachen und möchte etwas studieren, das sie für das internationale Management qualifiziert.

Das Leben einer historischen Person nachzuerzählen, kann schnell langatmig werden. Eva Reinhold-Postina und Sibylle van de Ree von der Regionalgruppe von Soroptimist International zogen die vorgetragene Biografie von Henny Koch flott und unterhaltsam als interessanten Abgleich mit der Jetztzeit auf und übertrugen die Errungenschaften für Frauen auf die Leben der Ausgezeichneten. „Das war zu der Zeit, als eure Urgroßmütter geboren wurden“ hieß es etwa. Viel Anschaulichkeit und Kurzweil also.

Die Präsidentin der Regionalgruppe von Soroptimist International, Gisela Dallhammer, blickte für die Preisträgerinnen nach vorne. „Es ist jetzt das Ende der bisherigen Kuschelzeit Schule, da ist es wichtig, selbstbewusst an die anstehenden Herausforderungen zu gehen.“

Wie ernst es die Preisträgerinnen damit meinen, offenbarte sich schon kurz nach dem Festakt. Da wurde die Coachin Katrin Faust bereits belagert – es standen die Terminabsprachen zur Einlösung des Preises an.

Darmstädter Echo, 1. August 2022

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Schülerinnen ausgezeichnet

Junge Frauen erhalten Henny-Koch-Preis

Seeheim (cf). Drei junge Frauen des Schuldorfs Bergstraße erhielten vom Club Soroptimisten Seeheim-Jugenheim am Dienstag, 19. Juli, in der Schuldorf Aula mit dem Henny-Koch-Preis überreicht. Schulleiterin Martini-Appel begrüßte die Versammelten und lobte die Ausgezeichneten für das, was sie geleistet haben. Wichtiges Ziel des Clubs ist, sich weltweit für die Themen Bildung und Förderung von Mädchen und Frauen zu engagieren. Somit lag es nahe, dass sich die Clubmitglieder für die Auslobung des Henny-Koch-Preises entschieden hatten. Es ist erst die zweite Verleihung, die Premiere war 2021, sagte Präsidentin Gisela Dallhammer.

Über den Preis im Gegenwert von je 500 Euro freuten sich Lara Onay (Hauptschule), Mia Nadja Spitzbarth (Realschule) und Amira Mi-Sen Seibert (Gymnasium) Sie wurden für die besten Abschlüsse (qualifizierter Hautschul-, Realschul- und
Gymnasialabschluss) geehrt und erhielten für ihre exzellenten Leistungen einen Gutschein für ein ganz persönliches Coaching. An drei Terminen können sie auf die Erfahrungen von Katrin Faust zählen. Sie berichtete den Versammelten in der Aula über ihre eigene Zeit als Abiturientin und die Zeit danach. Zeit habe sie gebraucht, um zu erkennen, wohin die Reise gehen solle, sagte sie und machte den Preisträgerinnen Mut. Das spezielle Coaching zielt auf die ganz individuellen Stärken und Talente, die in jungen Menschen stecken und die es wert sind, ans Licht gebracht zu werden.

Die Schülerinnen erfuhren im Rahmen der Feierstunde durch den Club Soroptimisten Seeheim-Jugenheim viel zu Henny
(Henriette) Koch, die für ihre Zeit eine sehr ungewöhnliche Karriere machte. Friederike Biederer, die in 2021 den Preis überreicht bekam, gab einen kurzen Einblick in das zurück liegende Jahr und dass sie sich für ein Medizinstudium entschieden habe.

Nach ihren weiteren Plänen gefragt sagte Lara Onay, sie wolle den Realschulabschluss und am besten im Anschluss noch das Abitur machen um Psychologie zu studieren. Amira Mi-Sen Seibert ringt noch beim Thema Sprachstudium oder der Richtung Management. Die Schülerin spricht neben Deutsch Englisch, Französisch, Koreanisch und Chinesisch.

Der Bergsträßer, 27. Juli 2022

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Viel über Henny erfahren

Soroptimistinnen spenden im Namen der Bildung von Mädchen

Seeheim-Jugenheim (cf). Der Club Soroptimisten Seeheim-Jugenheim hatte sich schon längere Zeit überlegt, wem man im Rahmen des 10-jährigen Bestehens des Clubs eine Spende zukommen lassen könnte. Da sich der Club weltweit für Themen wie Bildung und Förderung von Mädchen und Frauen stark macht, lag es nahe, sich darauf zu konzentrieren. Somit entschieden sich die Clubmitglieder den Henny Koch-Preis auszuloben.

„Das ist übrigens eine Premiere“, sagte Präsidentin Gisela Dallhammer bei der feierlichen Überreichung in der Aula des Schuldorfs.
Über den Preis im Gegenwert von je 500 Euro freuten sich Berfin Grasmik, Leoni Roth und Friederike Biederer. Für die besten Abschlüsse (qualifizierter Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialabschluss) erhielten die drei Schülerinnen für ihre exzellenten Leistungen einen Gutschein für ein ganz persönliches Coaching.

Auf ihrem weiteren Lebensweg werden sie in den nächsten Wochen von Katrin Faust gecoacht. Bei diesem speziellen Coaching geht es um die ganz individuellen Stärken und Talente, die in jungen Menschen stecken und die es wert sind, ans Licht gebracht zu werden.

Im Rahmen der Feier erfuhren die drei Schülerinnen durch die
Clubschwestern Sibylle van de Ree aus Heppenheim und Eva
Reinhold-Postina aus Seeheim-Jugenheim viel zu Henny (Henriette) Koch, die 1854 geboren wurde und einige Zeit in Jugenheim lebte. Sie hatte insofern ein ungewöhnliches Leben, da sie als Mädchen und Frau alle Chancen nutzte, die ihr auf Bildungsebene geboten wurden. Für ihre Zeit war das sensationell. Sie übte einen Beruf aus, war eine erfolgreiche, selbständige Frau und Autorin sowie Übersetzerin von Mark Twains „Huckleberry Finn“.

Diese Dinge gaben für die Soroptimisten Seeheim-Jugenheim den
Ausschlag, als sie den Preis auslobten. Schulleiterin Martini-Appel gab in ihrer Rede auch einen Einblick in ihre eigene Laufbahn. Selbst für sie sei es viele Jahre später immer noch schwierig gewesen Beruf und Familie vereinbaren zu können, sagte sie, doch davon habe auch sie sich nicht beirren lassen. Sie motivierte die Schülerinnen sich ebenfalls nicht beirren zu lassen und die Bildungschancen zu nutzen, die sich ihnen böten.

Der Bergsträßer, 14. Juli 2021

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Jugenheimerin schrieb Mädchenbücher

Jugenheimerin schrieb Mädchenbücher – Vor 155 Jahren wurde Henny Koch geboren

SEEHEIM-JUGENHEIM. – Fast vergessen ist die Jugendbuchautorin Henny Koch. Die 1925 in Jugenheim verstorbene Autorin wäre am Dienstag (22.09.) 155 Jahre alt. Zu ihrer Zeit war sie eine sehr bekannte und viel gelesene Jugendschriftstellerin. Neunundzwanzig Bücher hat sie veröffentlicht. Geschrieben wurden sie vor allem für junge Mädchen im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren. Ihre Erzählungen erschienen zumeist als Fortsetzungsgeschichten in der illustrierten Mädchenzeitung „Das Kränzchen“. Zum Teil wurden ihre Werke in fünf Sprachen übersetzt. Alle Bücher und Kurzgeschichten hat sie in Jugenheim verfasst.

Auch wenn der Ort selbst nie erwähnt wird, so ist doch in einigen Erzählungen zu erkennen, dass die Umgebung und die Bewohner der Hessischen Bergstraße ihre Erzählkunst angeregt haben.

Begonnen hat Koch, die 1854 in Alsfeld geboren wurde, ihre schriftstellerische Arbeit im Alter von sechsunddreißig Jahren mit der ersten deutschen Übersetzung amerikanischer Werke, darunter das Buch „Huckleberry Finn“. Ihr erstes eigenes Werk brachte sie 1901 heraus. Der Roman „Papas Junge“ erschien in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in der 94. Auflage. Es gab Übersetzungen ihrer Jugendbücher ins Spanische und Italienische.

Noch in den sechziger und siebziger Jahren wurden Bücher in Argentinien und in Italien verkauft“ weiß Rothstein. Die Bauingenieurin beschäftigt sich seit 1997 in Ihrer Freizeit mit Henny Koch „Was sie schrieb, wird Backfischliteratur genannt“ erklärt Dana Rothstein.

Gewohnt hat die Schriftstellerin zusammen mit ihrer Mutter und Schwester ab 1881 in der Zwingenbergerstraße 20 in Jugenheim. „Die Klause“ nannte die Familie das Haus. Dieses Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.

psj

Bildunterschrift: „Die Klause“, das Wohnhaus Henny Kochs in Jugenheim heute. (pae-foto)

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Henny Koch in vielen Ländern gelesen

Vor 90 Jahren starb Jugenheimer Schriftstellerin

Fast vergessen ist die Jugendbuchautorin Henny Koch. Vor wenigen Tagen, am 13. Juni, vor 90 Jahren starb die Jugenheimer Autorin. Zu ihrer Zeit war sie eine sehr bekannte und viel gelesene Jugendschriftstellerin. Neunundzwanzig Bücher hat sie veröffentlicht. Geschrieben wurden sie vor allem für junge Mädchen im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren.

Ihre Erzählungen erschienen zumeist als Fortsetzungsgeschichten in der illustrierten Mädchenzeitung „Das Kränzchen“. Zum Teil wurden ihre Werke in fünf Sprachen übersetzt. Alle Bücher und Kurzgeschichten hat sie in Jugenheim verfasst. Auch wenn der Ort selbst nie erwähnt wird, so ist doch in einigen Erzählungen zu erkennen, dass die Umgebung und die Bewohner der Hessischen Bergstraße ihre Erzählkunst angeregt haben.

Begonnen hat Koch, die 1854 in Alsfeld geboren wurde, ihre schriftstellerische Arbeit im Alter von sechsunddreißig Jahren mit der ersten deutschen Übersetzung amerikanischer Werke, darunter das Buch „Huckleberry Finn“. Ihr erstes eigenes Werk brachte sie 1901 heraus. Der Roman „Papas Junge“ erschien in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in der 94. Auflage. Es gab Übersetzungen ihrer Jugendbücher ins Spanische und Italienische. Noch in den sechziger und siebziger Jahren wurden Bücher in Argentinien und in Italien verkauft.

Gewohnt hat die Schriftstellerin zusammen mit ihrer Mutter und Schwester ab 1881 in der Zwingenbergerstraße 20 in Jugenheim. „Die Klause“ nannte die Familie das Haus. Dieses Gebäude steht heute unter Denkmalschutz.

Pressemeldung Gemeinde Seeheim-Jugenheim,
veröffentlicht am 30. Juni 2015

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Der Henny Koch auf der Spur

„Backfisch“-Literaturexpertin im Rathaus – Dana Rothstein und ASS-Schüler forschen

ALSFELDVor gut 100 Jahren rissen sich ihre Fans um ihre Bücher, heute kennt keiner mehr die Werke von Henny Koch. Im Rahmen eines historischen Literaturprojekts beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule mit der ehemals berühmten Autorin aus Alsfeld. Am Samstag trafen sie sich nun erstmals mit der „Henny Koch- Expertin“ Dana Rothstein. Da sperrt sogar der Bürgermeister am Samstag das Rathaus auf, wenn ein so außergewöhnlicher Gast seine Stadt besucht.

Mit einem offiziellen Empfang wurde Dana Rothstein in Alsfeld begrüßt. „Es ist für mich eine große Freude, hier in der Geburtsstadt von Henny Koch zu sein“, sagte Dana Rothstein zu Beginn des Treffens. Durch den hessischen Tag der Literatur, der im Mai vergangenen Jahres in Alsfeld stattfand, war sie auf die Arbeit der Gymnasiasten aufmerksam geworden.

Unter der Leitung des Stadtarchivars und Lehrers für Deutsch und Geschichte an der ASS, Michael Rudolf, beschäftigen sich 15 Arbeitsgruppen mit den großen Literaten, die Alsfeld einst zu bieten hatte. Als Stellvertreter der „Henny Koch-Klasse“ 11b waren Laura Braun, Katrin Martin und Nico Rühl dabei.

Außerdem machte sich die Marburger Deutschstudentin Magdalena Naumann bei dem Treffen ein Bild über die so genannte „angewandte Archivspädagogik“. „Für diese Arbeit kann man Ihnen kaum genug danken. Sie präsentieren uns als eine Stadt mit Geschichte in der Öffentlichkeit“, so Bürgermeister Ralf Becker über die Arbeit der Schüler. Die Content-Managerin Dana Rothstein lebt zur Zeit in Aalberg in Österreich und beschäftigt sich in ihrer Freizeit seit 1998 intensiv mit Henny Koch, die 1854 in Alsfeld geboren wurde und 1881 nach Jugenheim zog. Sie war eine der größten Vertreterinnen der so genannten „Backfischliteratur“.

„Henny beschreibt in ihren Büchern sozusagen die Teenie-Probleme der damaligen Zeit. Es werden geschichtliche Ereignisse, Reiselust und die ganz normalen Probleme junger Mädchen sehr lebendig erzählt“, erklärt Rothstein.

Einige ihrer bekanntesten Werke wie „Trotzkopf“ oder „Papas Junge“ sind auch unter anderem in Italien, Spanien und Ungarn erschienen. Durch die 90 teilweise auflagenstarken Bücher konnte Henny Koch ein durchaus komfortables Leben führen. Sogar in einem Vorgänger der Bravo, dem Jugendmagazin „Wir Mädchen“, veröffentlichte sie eine Fortsetzungsgeschichte. Die aktuellen Arbeiten der Albert-Schweitzer-Schule reihen sich in eine Kette gleichartiger Projekte ein, die auf die feste Zusammenarbeit zwischen städtischen Einrichtungen wie dem Stadtarchiv und Schulen setzt.

„Wir versuchen somit natürlich auch das Bewusstsein für große, längst vergessene Autoren wieder zu wecken“, so Projektleiter Michael Rudolf. Die gesammelten Informationen sollen in einer Ausstellung und einer Publikation am 10. Juni veröffentlicht werden.

jul, Oberhessische Zeitung, 4.3.2010

 

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